Lernen und Erleben

Von Landschaft
leben

Mit der Trockenlegung entstand neuer Lebensraum. Wie wird er genutzt?

 

 

Ein Kabinett der Agrargeschichte

»Ich habe mich seit '47 nach dem gebückt, was andere haben liegen gelassen.«

Helmut Hulitschke begann im Alter von 15 Jahren, Artefakte der Agrargeschichte zu sammeln. Einen Teil seiner umfangreichen Sammlung präsentiert er in der ehemaligen »Kulturstätte« des Dorfes. Mit der Einfachheit eines Landwirts und dem reichen Wissensschat z eines Agraringenieurs erklärt und zeigt der über 80-jährige Museumsleiter die Funktionen seiner geborgenenSchätze. Die 275-jährige Geschichte des Ortes wird anhand von Dokumenten, Karten und Kuriositäten zur Gründung der Staatsdomäne Friedrichsaue durch Friedrich I., der Oderbegradigung, den Auswirkungen der Kriege bis hin zum Alltagsleben in der DDR lebendig.
Das Dorfmuseum Friedrichsaue hält die Dinge in Ehren, die nicht nur den agrarischen Fortschritt illustrieren, sondern auch viel über die handwerkliche Kunst und den Erfindungsreichtum ihrer Schöpfer aussagen – also für die Kraft des ländlichen Lebens stehen. So ist es mehr als ein Blick in die agrarische Vergangenheit des Oderbruchs, es ist ein Schatz an Zeugnissen, die begeistern können und Lust auf eigene landwirtschaftliche Erfahrungen machen.

<<< Dokumentation Dorfmuseum Friedrichsaue

Dorfmuseum Friedrichsaue
Dorfstraße. 6
15328 Zechin OT Friedrichsaue
0 33 473 - 32 51

 

 

 

Möglin

Pionier der Agrarwissenschaften

»›Wenn man über Möglin fährt,‹ sagte neulich ein Oderbrucher zu einem anderen,
›so kommt man wieder ins Bruch mitten im Sande,‹ …
Etwas schmeichelhafteres konnte über meine Felder nicht gesagt werden …«  
Albrecht Daniel Thaer

Albrecht Daniel Thaer (1752 - 1828) kam 1804 nach Möglin und folgte damit einer Einladung des Preußischen Königs. Er gab seinen ursprünglichen Beruf als Arzt auf und bewirtschaftete fortan das Gut Möglin, von dem aus er die Grundsätze der rationellen Landwirtschaft erforschte, erprobte und niederschrieb. Die Thaer-Ausstellung widmet sich einem einflussreichen preußischen Agrarreformer, der 1806 die erste akademische Lehranstalt für Landwirtschaft im deutschen Sprachraum gründete, die spätere Königlich Preußische Akademie des Landbaues in Möglin. Sie gilt als Keimzelle der akademischen landwirtschaftlichen Ausbildung.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Ausstellung finden Sie das 400 Jahre alte Herrenhaus, in dem Albrecht Thaer lebte, sowie den Park mit seiner Grabstätte und einer Büste. Thaer wirkte in Möglin und im angrenzenden Oderbruch. Seine Arbeit hatte unmittelbare Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Entwicklung des Oderbruchs, somit gehört er fest in den Kreis der regionalen Erinnerungskultur.

Gedenkstätte Möglin
Hauptstr. 10
15345 Reichenow-Möglin OT Möglin
033456 - 35164
www.albrecht-daniel-thaer.org

 

 

 

Ein Speicher voller Geschichte

»Es ist so eine Bequemlichkeit entstanden,
seit die Leute die Erdbeeren billig im Supermarkt
kaufen können, statt sie selbst anzubauen.«

Der Kornspeicher, in dem sich die Heimatstube befindet, gehörte zu den Wirtschaftsgebäuden der ehemaligen Königlich-preußischen Domäne Wollup. Heute liegt er wie ein Speicher der Vergangenheit inmitten einer modernen Agrarlandschaft: Eine Batterie zum Wiederaufladen unseres geschichtlichen Bewusstseins! Die Heimatstube führt in die Entwicklung der Domäne ein, berichtet über das Leben des Landwirtschaftsreformers Johann Gottlieb Koppe, enthält Sagen über den Ort und Berichte über den Neuanfang des ländlichen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg sowie viele Angaben zur Entwicklung der Wolluper Landwirtschaft in der DDR. Vor allem aber wartet sie mit einer großen Vielfalt an Zeugnissen des ländlichen Lebens auf. Nach der Besichtigung kann man sich bei einem Spaziergang durch den verwunschenen Gutspark mit seinen alten Bäumen und Wasserläufen erholen. Und im Gartenhaus erwartet sie eine Ausstellung, die zusammen mit der Kunsthochschule Weißensee entwickelt wurde.

Heimatstube Wollup
Bastaer Str.
15324 Letschin OT Wollup
0 33 475 - 50 001

 

 

 

Das älteste Gewerk
der Menschheit

»Ich möchte mit Respekt und Freude am ältesten Gewerk der Menschheit dazu beitragen, etwas scheinbar Vergessenes für die Region wach zu halten.«

Das Flechten von Behältern zum Sammeln von Nahrung hat wahrscheinlich mehr zum Überleben der Menschheit beigetragen als mancher Faustkeil! Die wirtschaftliche Bedeutung der Korbmacherei war bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts enorm. Nicht nur die Haushalte in Stadt und Land waren auf Korbwaren angewiesen. Die Landwirtschaft benötigte Körbe, das Militär transportierte bis zum zweiten Weltkrieg seine Granaten in schützendem Weidengeflecht. Im Möbelbau der Jahrhundertwende war auf die Fertigkeiten der Korbmacher kaum zu verzichten. Die Korbmachermeisterin Thea Müller aus Buschdorf ist eine der letzten, die im Oderbruch Weidenruten schneidet, schält und zu Körben flechtet. Sie hat im heute einzigen Korbmachermuseum Brandenburgs ca. 2.000 Exponate aus aller Welt zusammengetragen. Durch das Museum führt sie ihre Gäste gerne selbst und beschreibt auch die besondere Bedeutung der Korbflechterei für das Oderbruch.

<<< Dokumentation Kulturerbe-Ort Korbmachermuseum Buschdorf

Korbmachermuseum
in der Alten Schule Buschdorf
Buschdorfer Straße 15
15328 Zechin OT Buschdorf
0 33 473 - 248
facebook.com/Korbmachereibuschdorf

 

 

Schau ins Bruch

Kulturerbe Orte im Oderbruch

 

 

Bewerbung Europäisches Kulturerbe-Siegel

Eine wachsende Zahl von Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen setzten sich für eine Bewerbung auf das Europäische Kulturerbe-Siegel ein. Die Bewerbung soll den Titel „Das Oderbruch – Klein Europa“ tragen und das Oderbruch als attraktiven, offenen und historisch gewachsenen Kulturraum präsentieren. Im November 2019 soll die Bewerbung von der für das Vorhaben gegründeten Kommunalen Arbeitsgruppe an das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg übergeben werden.
Die Arbeitsgruppe sammelt für das Vorhaben Spenden. Das Oderbruch Museum Altranft fungiert in der Bewerbung als Fach- und Koordinierungsstelle und wird die Bewerbung ausarbeiten. Weitere Informationen zu der Bewerbung und alle nötigen Spendeninformationen finden Sie auf der Internetseite der Stiftung Oderbruch.

 

 

  • kulturerbe_postkarte_01.jpg
  • kulturerbe_postkarte_02.jpg
  • kulturerbe_postkarte_03.jpg
  • kulturerbe_postkarte_04.jpg
  • kulturerbe_postkarte_05.jpg
© oderbruch museum altranft

Die Transformation des „Oderbruch Museums Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur"
wird gefördert in „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, einer Initiative der Kulturstiftung
des Bundes, und durch den Landkreis Märkisch-Oderland.
Mit Unterstützung der Stadt Bad Freienwalde (Oder).

TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel - Kulturstiftung des Bundes 

 

 

Das Oderbruch Museum Altranft
Werkstatt für ländliche Kultur
ist Preisträger des Berlin Brandenburg Preises 2018

< Dokumentation und weitere Informationen

 

 

Berlin Brandenburg Preises 2018